Wohnumfeldgestaltung

Gestaltung des Wohnumfeldes im Lutherviertel

Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt und wollen mit dem Lutherviertel ein Vorzeigequartier für Klimaschutz und Klimaanpassung etablieren. Das Wohnumfeld soll sowohl aus den Aspekten der Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit als auch aus Aspekten der klimagerechten Gestaltung aufgewertet werden.

Das dritte Leitprojekt ist die klimagerechte Aktivierung und nutzerorientierte Umgestaltung des Wohnumfeldes, wobei eine Differenzierung in öffentliche und halböffentliche Räume angestrebt wird. Die bislang monostrukturellen und monofunktionalen Rasenflächen in den Blockzwischenräumen sollen im Rahmen einer Freiflächenkonzeption qualifiziert werden.

Dabei werden verschiedene Aspekte berücksichtigt:

  • kleinräumliche Differenzierung: Gliederung durch neue Vegetationsstrukturen, Wege- und Sichtbeziehungen sowie private Aufenthaltsmöglichkeiten,
  • Regenwassermanagement (Schutz bei Starkniederschlagsereignissen),
  • Regenwassernutzung zur effizienten Bewässerung der zu entwickelnden Grünstrukturen,
  • Verschattung und Kühlung durch Baumpflanzung und Änderung der Vegetationsstrukturen (Milderung sommerlicher Hitzelasten auch durch Verdunstung).

Die wilden Blumenwiesen, die auch aus Gründen des Insektenschutzes sehr gut zu bewerten sind, haben Sie in den letzten Jahren sicherlich schon entdeckt. An solchen Strategien möchten wir auch in Zukunft festhalten.

Auch die barrierefreie Gestaltung der Innenhöfe spielt beim Gestaltungskozept eine wichtige Rolle. Entstehen sollen zudem barrierefrei zugängliche Fahrradabstellmöglichkeiten (inklusive Lademöglichkeit für Pedelec, auch für Rollatoren und Kinderwägen nutzbar) in Kombination mit ansprechenden Müllplätzen, die gleichzeitig eine räumlich Trennung zwischen öffentlichem Verkehrsraum und Innenhof bilden. Auch der Spielplatz Lutherplatz soll eine Aufwertung erfahren und befindet sich aktuell in Sanierung. Darüber hinaus soll der “wilde” Bewuchs, v.a. im zentralen Bereich um den Lutherplatz, erneuert, gepflegt sowie übersichtlich strukturiert werden, um auch den Aspekten der Sicherheit gerecht zu werden. Hierfür ist auch die Beleuchtungssituation im Quartier zu prüfen (sowohl in der Fläche als auch energetisch).

            

  

Die Planung der Innenhöfe wurde inzwischen weit vorangebracht. Nachstehend sehen Sie einige Beispiel-Perspektiven und Ansichten der beabsichtigten Gestaltung.

Die neue Wegeführung ermöglicht das Anlegen von größeren Pflanzflächen direkt vor der Fassade. Dadurch wird das Aufheizen der Fassade im unteren Bereich deutlich reduziert. Die Pflanzflächen können wie bisher von den Mietern bewirtschaftet werden. Bei fehlender Nachfrage erfolgt die Ansaat von Blumenwiesen.

Als Wegebelag wird ein Sickerfugenpflaster in hellem Farbton verwendet. Dieses lässt durchschnittlich 30% des Niederschlagswassers direkt versickern. Das restliche Wasser wird oberflächlich in Sickermulden geleitet.
Der hohe Albedowert des Pflasters bewirkt eine hohe Rückstrahlung des Sonnenlichts und damit eine geringere Wärmeentwicklung. Ebenso verhält es sich mit den Platzflächen, die mit einer wassergebundenen Wegedecke  ausgeführt werden. Zusätzlich eignen sich diese Flächen auch hervorragend für sportliche Aktivitäten wie z.B. Boule.

Der Baumbestand wird zum größten Teil erhalten und durch weitere Gehölzpflanzungen ergänzt um eine optimale Verschattung der Grünflächen
und Fassaden zu erreichen. Auf Sträucher und Heckenpflanzen wird weitestgehend verzichtet um die ohnehin schon eingeschränkte Luftzirkulation in den Innenhöfen nicht weiter zu dezimieren.
Dort, wo ein sehr dichter Bestand an Buschwerk existiert wird dieser reduziert. Auch straßenseitig sind Baumpflanzungen geplant, um die ungeschützten Fassaden zu beschatten.

Des Weiteren sind ins Besondere zur Beschattung der West- und Südseiten vorgehängte Fassadenbegrünungen geplant.

Hierbei werden Systeme gewählt, welche einen großzügigen Abstand zwischen Pflanzen und Bauwerk zulassen und die Pflanzen gezielt leiten, sodass ein komplettes „Zuwuchern“ vermieden wird. Durch den relativ großen Abstand zur Fassade, erreicht man dennoch eine großflächige Verschattung.

Das Regenwasser der innenliegenden Dachflächen wird dezentral in Sickermulden eingeleitet. Dort sickert es in die darunter liegenden Rigolen, wo es anschließende mit zeitlicher Verzögerung dem öffentlichen Kanalnetz zugeführt wird.

Auch das Oberflächenwasser wird durch eine entsprechende Geländeneigung gezielt aus der Gefahrenzone abgeleitet und den Sickermulden zugeführt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Regenwasser aus der Rigole an die Oberfläche zu pumpen und dort zu verteilen, um an heißen Tagen die Verdunstungskühlung zu nutzen.

Neben den genannten klimarelevanten Aspekten, die mit einer ansprechenden Gestaltung das Wohnumfeld bereits deutlich aufwerten,
fließen jedoch auch die grundlegenden Bedürfnisse der Mieter in die Planung mit ein. So wird es verschiedene Aufenthaltsbereiche geben, welche mit Sitzmöbeln und kleineren Spielgeräten ausgestattet werden. Die bestehenden
Wäschestangen werden durch neue ersetzt, die sich gut in die Umgebung einfügen.

Gerade für die älteren Mieter ist es sehr beschwerlich bis unmöglich, ihre Fahrräder im Keller abzustellen. Aus diesem Grund werden mehrere geschlossene Fahrradabstellmöglichkeiten im Außenraum geschaffen. Aufgrund der steigenden Nachfrage an E-Bikes ist in jeder Fahrradeinhausung eine E-Bike-Ladestation geplant. Auch für die Abfallbehälter stehen zentrale Einhausungen zur Verfügung. Diese werden mit einer Dachbegrünung versehen und runden damit das Klimakonzept ab.

   

   

Kontakt

Gesamtverantwortung
Herr Guido Schwarzendahl
Vorstand Bauverein Halle & Leuna eG
Tel. +49 (0345) 6734 402
guido.schwarzendahl@bauverein-halle-leuna.de

Technische Anlagen, Einrichtungen und Mobilität
Herr Frank Müller
Geschäftsführer Bauverein Energie & Service GmbH
Tel. +49 (0345) 131 6090
frank.mueller@bauverein-energie.de

Projektleitung ESM Halle-Lutherviertel
Frau Katrin Große
DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co KG
Tel. +49 (0341) 30983 39
katrin.grosse@dsk-gmbh.de

Klimafolgeanpassung und Freiflächengestaltung
Herr Hans Gerd Kleymann
Planerzirkel
Tel. +49 (0345) 2998 680
kleymann@planerzirkel.de

Wissenschaftliche Begleitung
Frau Fiene Grieger
isw Gesellschaft für wissenschaftliche Dienstleistung und Beratung mbH
Tel. +49 (0345) 2998 2718
grieger@isw-gmbh.de

Zentraler Ansprechpartner bei der Stadt Halle (Saale)
Herr Daniel Zwick
Dienstleistungszentrum Klimaschutz
Tel. +49 (0345) 221 4750
daniel.zwick@halle.de

Ansprechpartnerin bei der EVH Energieversorgung Halle GmbH
Frau Annett Tast
Leiterin Team Wohnungswirtschaft
Tel. +49 (0345) 581 2533
annett.tast@evh.de

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